Endlich eine sinnvolle Diskussion über Hedonismus vernab von „her mit dem schönen leben“ oder „deutschland wegbassen“:
Subvesor stellt 9 Thesen zur hedonistischen Ideologie auf. Sehr lesenswert:
Die hedonistische Ideologie ist der hiesigen Produktionsweise nachgebildet. Die scheinbar radikale Forderung nach unmittelbarer Lusterfüllung und individuellem Glück entspringt bis ins innerste der allgemeinen Konkurrenz der atomisierten Einzelindividuen.
Und Nachtwach macht noch einige Anmerkungen zum Hedonismus. Im Fokus der Kritik steht die verdrängte Genese des bürgerliche Individuums:
Die hedonistische Ideologie übersieht die geschichtliche Bedingtheit des Individuums. Genauer: des bürgerlichen Individuums. Hier zeigt sich eine Wesensverwandtschaft mit dem antiautoritären Denken, so es nicht auf einer materialistischen Analyse der bestehenden Gesellschaft beruht. Wo erstere das Glück des Individuums ins Zentrum stellt, geht es dem zweiten vorallem um die Freiheit des Selben.
Beide beziehen sich auf Marcuse:
Dem Hedonismus bleibt das Glück ein ausschliessend Subjektives; das besondere Interesse des einzelnen wird so, wie es ist, als das wahre Interesse behauptet und gegen jede Allgemeinheit gerechtfertigt. Das ist die Grenze des Hedonismus, seine Gebundenheit an den Individualismus der Konkurrenz. Sein Glücksbegriff kann nur durch die Abstraktion von der Allgemeinheit gewonnen werden. Das abstrakte Glück entspricht der abstrakten Freiheit des monadischen Individuums.(Kultur und Gesellschaft 1)
1 Antwort auf “Hedonists go home.”